
Sturzprävention – Selbstständigkeit und Sicherheit im Alltag bewahren
Ein Moment der Unaufmerksamkeit, ein falscher Schritt und schon ist es passiert: Ein Sturz…
Das wir in unserem Alltag stürzen, nimmt mit steigendem Alter zu. Dabei kann es zu Prellungen, Abschürfungen, Kopfverletzungen oder sogar zu Knochenbrüchen kommen. Bei Menschen in höherem Alter kann ein Sturz mit schweren Folgen sogar das Risiko der Pflegebedürftigkeit erhöhen.
Aber keine Panik. Gegen das Sturzrisko kann man aktiv etwas tun. Das Thema Sturzprävention ist hierbei besonders wichtig, damit es überhaupt nicht erst zu solchen Folgen kommen kann.
In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige rund um das Thema Sturzprävention. Von der Frage, was Sturzprävention überhaupt ist, bis hin zu möglichen Maßnahmen, um einen Sturz vorbeugen zu können.
Was versteht man unter Sturzprävention/Sturzprophylaxe?
Die Sturzprävention meint alle Maßnahmen, die dabei helfen, Stürze zu verhindern oder deren Risiko zu verringern. So soll ein aktiver, sicherer und selbstständiger Alltag ermöglicht werden. (1)
Risikofaktoren für Stürze
Es kann unterschiedliche Gründe für Stürze im Alter geben. Die folgenden Punkte stellen eine Auswahl möglicher Gründe da.
Probleme mit dem Sehen
Durch altersbedingter Sehverlust, Augenkrankheiten oder durch schlechte Lichtverhältnisse in der eigenen Wohnung kann es sein, dass Hindernisse schwerer erkannt werden. (2)
Schwindel
Schwindel, zum Beispiel aufgrund eines Blutdruckabfalls erschwert die Orientierung im Raum und kann einen Sturz verursachen.
Unsichere Schuhe
Schlechtsitzende Schuhe können die Stabilität beim Gehen verringern, wodurch das Sturzrisiko steigt.
Stolperfallen
Häufige Ursachen für Stürze sind Stolperfallen in der Wohnung. Sei es herumliegende Kabel, lose Teppiche, Türschwellen oder unübersichtliche Möbel.
Medikamente
Manche Medikamente, einzeln oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen können Schwindel herbeiführen und einen Sturz auslösen. (3)
Wie man Stürzen vorbeugen kann
Langsam aufstehen. Erst stehen, dann gehen
Zu schnelles Aufstehen oder Aufsetzen kann zu Schwindel führen. Lassen Sie sich also Zeit
Augen und Brillengläser regelmäßig überprüfen lassen
Nur wer gut sieht, kann potenzielle Stolperfallen frühzeitig erkennen
Medikamente überprüfen
Die Dosierung und die Verträglichkeit verschiedener Medikamente sollte von Ihrem Hausarzt überprüft werden
Gutes und festes Schuhwerk tragen
Tragen Sie gutsitzende Schuhe mit rutschfester Sohle und niedrigem Absatz
Wohnumfeld anpassen
› Treppen und Stufen sollten frei begehbar sein
› Befestigen Sie Haltegriffe beispielsweise im Badezimmer
› Sorgen Sie für gute Beleuchtung in der Wohnung
› Stolperfallen beseitigen und Wohnung aufräumen
› Hilfsmittel verwenden (z.B. Rollatoren)
› Vergewissern Sie sich, wo Ihr Haustier ist. Befestigen Sie zum Beispiel ein Glöckchen am Halsband. (4)
Eine weitere sehr wichtige Maßnahme ist Bewegung
Wenn man sich in seinem Alltag regelmäßig bewegt, werden Muskulatur, Gleichgewicht und Koordination gestärkt. Dies kann dabei helfen, sicherer zu gehen und Stürze langfristig zu reduzieren.
Für Seniorinnen und Senioren ist zum Beispiel Treppen steigen, spazieren gehen oder Gartenarbeit geeignet für einen bewegungsreichen Alltag. (5)
Es gibt aber auch gezielte Übungen, die Sie machen können, um ihren Körper zu stärken und dem Sturzrisko entgegenzuwirken.
Übungen für Zuhause
Kräftigung
Zehenspitzenstand
Stellen Sie sich hinter einen stabilen Stuhl und halten Sie sich daran fest. Die Füße stehen hüftbreit
Heben Sie langsam ihre Fersen an, sodass Sie auf den Zehenspitzen stehen
Senken Sie die Fersen dann wieder ab
Beim Heber der Fersen auf 3 zählen und beim Senken auf 5 zählen
Wiederholung: 10-20 mal
Seitliches Beinheben im Stand
Stellen Sie sich hinter einen stabilen Stuhl und halten Sie sich daran fest. Die Füße stehen hüftbreit
Heben Sie ihr Bein seitlich hoch. Die Fußspitze zeigt nach vorne und der Körper bleibt aufrecht und nach vorne gerichtet. Senken Sie dann ihr Bein wieder zum Boden ab
Zählen Sie beim Heben des Beins auf 3 und beim Senken auf 5
Wiederholung: 10 mal pro Bein
Gleichgewicht
Einbeinstand
Stellen Sie sich auf ein Bein. Das Knie des Standbeins ist dabei leicht gebeugt. Stützen Sie sich bei Bedarf an einem festen Gegenstand
Blick nach vorne und aufrechte Körperhaltung
Halten Sie die Position für etwa 10 Sekunden. Danach wiederholen Sie die Übung mit dem anderen Bein (6)
Vortrag zur Sturzprävention im Paul-Gerhardt-Werk
Auch innerhalb unserer Einrichtung haben wir uns mit dem Thema Sturzprävention auseinandergesetzt und versucht, den Seniorinnen und Senioren dieses wichtige Thema im Rahmen eines Vortrags näherzubringen.
Unter Anleitung von Physiotherapeut*innen sowie einer Gesundheitspädagogin erhielten die Seniorinnen und Senioren wichtige Informationen zum Thema Sturzprävention. Mit einem Selbsttest zur Sturzgefährdung und gemeinsamen Kraft- und Gleichgewichtsübungen wurden Sie sensibilisiert und erhielten wichtige Tipps für die Bewältigung des Alltags.
(1) AOK (2025): Sturzprophylaxe im Alter: So verhindern Sie Stürze (Zugriff am 12.01.26)
(2) Gesund.bund (2021): Sehen im Alter: Regelmäßige Arztbesuche sind wichtig (Zugriff am 09.01.26)
(3) Gesund.bund (2022): Stürze bei älteren Menschen: Vorbeugung durch Bewegung (Zugriff am 09.01.26)
(4) Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2015): Gleichgewicht & Kraft. Einführung in die Sturzprävention, S. 16-30 (Zugriff am 09.01.26)
(5) Gary, Sandra/ Lux, Katharina/ Möhr, Nadja/ Sulmann, Daniela/ Väthjunker, Daniela (2021): Mobilität. Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) (Zugriff am 13.01.26)
(6) Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2015): Gleichgewicht & Kraft. Das Übungsprogramm. Fit und beweglich im Alter. Teil 2, S.24-42 (Zugriff am 13.01.26)
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